zur Startseite

"Die Rolle des Künstlers
ist bescheiden. Er ist im Wesentlichen ein Kanal"
- Piet Mondrian -

"The role of the artist is modest. Essentially, he's a
channel."
- Piet Mondrian -


"Musik entsteht aus der Stille und wer nicht fähig ist sich mit der Stille zu identifizieren, bleibt der Musik eigentlich fern."
- Gidon Kremer -

"Music is generated of tranquillity. Someone who's not able to identify himself with it stays away from music actually"
- Gidon Kremer -



Letzte Aktualisierung am
last update

17.04.2010
Pressefotos
Kritiken
Pressefotos

Bitte laden Sie ein Foto herunter, wenn Sie es benötigen (Auflösung: 300 dpi)

Fotos: Christa Leder



zum Seitenanfang
Kritiken

SOLO

Kultur
Peter Schönfeld solo am Bass im Saustall (Theater an der Linde)
von Michael Riediger
Ein Schwabe mit dem Kontrabass
Solo-Programme von Bassisten stoßen meist auf mangelndes Interesse. Selbst der weltweit gefragte Jazzbassist Eberhard Weber spielte in Schorndorf vor einer Hand voll Leuten. Dabei sollten Bassisten als sexy gelten, bezüglich ihres Stellenwerts. Oft sind sie die kreativen Köpfe einer Band, siehe Paul McCartney, Brian Wilson, Jack Bruce, Marcus Miller (für den späten Miles Davis) oder auch Eberhard Weber, bei dem sich der Gitarrist Volker Kriegel auf seiner Platte „Missing Link“ besonders bedankte.
Und wie honoriert’s das Publikum? Indem es sich von Patrick Süskinds Schmähroman „Der Kontrabass“ Vorurteile bestätigen lässt …
Jetzt hat es Peter Schönfeld erneut gewagt – im Saustall, dem kleinsten Theater weit und breit, wo ein überschaubares Publikum die Regel ist und kein Zeichen von Desinteresse.
Da Schönfeld auch in der Saustall-Hausband gelegentlich mitspielt, dürfte er im dortigen Umfeld bekannt sein, und so kommen dann doch recht viele. Der kleine, kuschelige Raum ist beinahe voll und die Leute sitzen ganz nah dran am Tiefton-Solisten, der sich mit viel Technik, mit Mischpult, Halsmikrofon und Loop-Maschinen konzerttauglich macht – weil er Süskind gelesen hat und glaubt, ein Kontrabass allein sei langweilig?
Aber dann kommt alles ganz anders. Kommt unangestrengt, unterhaltsam. Und auch von unkreativer Technik-Tyrannei kann keine Rede sein. Wir haben vielmehr den Eindruck, dass durch den künstlichem Klang und speziell lange Loops, die dieses Mit-sich-selber-Spielen möglich machen (eine Phrase wird aufgenommen und als Backing verwendet), noch mehr Details ins Spiel kommen und noch mehr Dynamik, die ein noch genaueres Hören verlang.
Schönfeld ist der Typ des „musical director“ in Reinkultur, der Bass spielt (u.a. für die SWR 4 Band), komponiert und arrangiert, im Auftrag für andere oder für seine eigenen Ensembles Trio des Arts und Atlantic Jazz Trio (mit US-Gitarrist Garry Hagberg). Im Saustall spielt er ausschließlich Eigenes, bis auf zwei Bearbeitungen, die vom Original kaum was übrig lassen: „Norwegian Wood“ (Beatles) von Drei- auf Vierviertel umgeschrieben (viele im Publikum dachten, es handele sich um „Come together“) sowie „Oh Suzannah“ und „Frere Jacques“ (von Akkord-Schrubben auf dem 5-saitigen E-Bass dekonstruiert).
Schönfeld spielt mit viel Körper-Klang (Seufzen, Schnippen usw.) Loops ein und dann auf E- oder Kontrabass, gezupft wie gestrichen, Melodielinien darüber. Oft sehr lyrische, etwa in „Hudson Valley“, das er auch schon mit dem Atlantic Jazz Trio spielte. Bisweilen scheint er den 5-Saiter zur Gitarre umzufunktionieren. Manchmal kommt auch ganz einfach Witz rüber, etwa wenn er in der Kontrabass-Komposition „1. Variation über die Stille“ Pausen einbaut oder im sogenannten „Showblock“ das Publikum Zahlen aufsagen lässt, diesen Töne zuordnet und spontan ein Stück daraus macht.
Dass dieses Bass-Solo gelingt, verdankt sich somit verschiedenen Qualitäten: dem genauen Ohr des Musikers, der den Klang im Raum kreativ zu nutzen weiß; der gelungenen Kontrastierung von verstärkt und unverstärkt, gestrichen und gezupft, Melodie und Rhythmus; der Fähigkeit zur Spontaneität; sowie, in erster Linie, viel Persönlichkeit. Einmal bedient Schönfeld das Fußpedal nicht rechtzeitig, fragt „Darf ich noch mal?“ und beginnt von neuem. Und als das Publikum Zugabe verlangt, verweigert er die, „weil ich alles gesagt habe und mich jetzt leer fühle“.
So viel Chuzpe muss einer wohl haben, der immer am Kontrabass steht ...


WINDSLEEPERS - La fiancée du pirate

"Der deutsche Pianist Stefan Heidtmann verwöhnt uns seit einigen Jahren mit seinen Aufnahmen, die eine präzise Auseinandersetzung mit einer improvisierten Musik zwischen Jazz und Avantgarde darstellen.
So wie er sie mit Leidenschaft mittels originellen und klaren Ideen auf seinem Label ‘shaa-music’ weiterentwickelt, ist seine Musik ohne Zweifel europäisch und eine Bereicherung dieser Gattung.

Seine neueste Produktion stellt ein kollektives Projekt vor : die ‘Windsleepers’, deren Mitglieder sowohl als Ausführende wie als Komponisten agieren.
Sie lassen sofort durch ihre Symbiose von wilden Rhythmen und freien Improvisationen, von akustischen und elektronischen Klängen (Stefan Heidtmann’s Keyboard und Peter Schönfeld’s Bass ) aufhorchen. Alle zusammen tragen dazu bei den Raum zu formen und eine surrealistische Landschaft zu gestalten:
eine Suche nach einer tiefen Dimension zwischen dem leeren Raum und dem aus Tönen bestehenden Mikrokosmos.
Die Einleitung ‘xtine’s dream’ ist ein kurzes minimalistisches Fragment, gefolgt von einer sehr reichen und durchdachten Erzählung , die der Scheibe ihren Titel verleiht .
Vom zärtlichen ‘Blue mood’ über das eruptive ‘Exit N’ bis zum erdigeren ‘Winter Walk’ hin verleiht der Gesamtklang der Gruppe den Kompositionen, von heterogener Inspiration getragen, das treffende Gewand.
Hier wird keineswegs konventionelles geboten. Diese CD verdient mehrere Hördurchgänge um in all seinen Facetten ausgelotet zu werden.
Der Saxophonist Roby Glod kommt mit seiner originellen Ausdruckskraft zur Geltung- einer der starken Punkte des Ensembles.
Vervollständigt wird das 5tett durch Christine Clément (Gesang & Trompete) und den exzellenten Klaus Kugel am Schlagzeug."

Rezension: ‘www.musicboom.it‘

« Ein Gefühl von Freiheit »

Aus ‘Badische Nachrichten’

Die "Verlobte des Piraten" wandelt jenseits jeder musikalischen Schublade, hier verschmelzen auskomponierte Teile und Improvisation zu einem einziartigen Gefüge.
Christine Clément’s stimme löst sich in Keyboardklangwellen auf.
Sie scattet geschmeidig oder schraubt sich einem Opernphantom zugleich hinauf, um sich dem ausrastenden Saxophon oder den kreischenden Becken entgegenzusetzen.
Hier werden Rhythmen munter über den Haufen geworfen.
Schwerlos verfliegen diese wie Dunst oder fallen ruckartig zusammen.
Schwebende Athmosphären die sich allmählich aufbäumen, bedrückende, entspannte, auseinandergebrochene, bruitistische , post-coltran’sche , apokalyptische oder einfach "Jazz"-Stimmungen - die 10 Stücke dieser CD folgen mit treffsicherem Geschmack und grosser Schönheit aufeinander.

Aus 'Improjazz' ( Marc Sarrazy )


click here for english review "Windsleepers - La fiancée du pirate"
on www.jazzreview.com


click here for english review "Windsleepers - La fiancée du pirate"
on www.allaboutjazz.com

ROLAND WEBER SEPTETT

ROLAND WEBER SEPTETT IN DER PAKETPOST
Blue Note Jazz der frühen Sechziger
Von Philipp Reichert
ROTTWEIL, 12. März
Originalkompositionen des Blue Note Labels anfangs der Sechziger waren am Freitagabend in der alten Paketpost zu hören: das Roland Weber Septett setzte sie gekonnt musikalisch in Szene...

...Die Truppe um Vibraphonist Roland Weber besteht aus einem Bläsersatz: Martin Keller (Tenorsaxophon und Bassklarinette), Karl Farrent (Trompete)und Ian Cumming (Posaune) und dazu einer Rhythmusgruppe: Martin Trostel (Piano), Peter Schönfeld (Bass) und Lutz Groß (Drums). In Stücken wie Wayne Shorters „One by one“ oder Freddie Hubbards „Luana“ konnten die Instrumentalisten ihr Können unter Beweis stellen. Phantasievoll gestaltete Soloimprovisationen im Wechsel mit groovigen Choruslinien.
Sehr bemerkenswert der plastische, aber besonders weiche und warme Klang des Vibraphonisten Roland Weber, der sich im Kontrast zu den kräftigen Bläsern besonders „beschwingt“ anhörte. Ebenfalls bemerkenswert war Martin Keller, der in Stücken wie Wayne Shorters „502 Blues (Drinkin` and Drivin`) oder Wayne Shorters besinnlichem „Contemplation“ nicht nur am Tenorsaxophon, sondern auch an der Bassklarinette mit kraftvollen, holzigen aber dennoch warmen und klaren Klängen glänzte.
Sehr stark in der Leistung auch Drummer Lutz Groß, der sich mit seinen Rhythmen wie ein perfekt arbeitendes Uhrwerk an die Melodieformen der anderen Instrumentalisten anglich. Sein Handwerk erntete auch große
Begeisterung von Seiten des Publikums für sein Drumsolo.
Für eine harmonische und groovende Grundlage sorgte Peter Schönfeld mit seinem virtuosen Spiel am Bass und ein unerhört kreativer Martin Trostel am Piano. Wie die anderen Musiker glänzten auch sie durch knackige, phantasievolle Soloimprovisationen.
Mit Joe Hendersons „The Kicker“ oder Cedar Waltons „Black“ wurden auch sehr rasante „Up-Tempo“ Stücke gekonnt interpretiert.
In Wayne Shorters „Backstage Sally“ bekam das man sogar eine kurze Scat-Gesangseinlage von Roland Weber und der Bläsergruppe zu hören...
...Angeregt durch heftige Beifallsstürme des Publikums gab die Truppe noch eine durch Solos zeitlich genial expandierte Version von Herbie Hancocks „Cantaloupe Island“ zum Besten. Hierbei besonders zu bemerken: Trompeter Karl Farrents und Posaunist Ian Cummings besonders coole, rauchige und funkige Vibes.
Den Beweis für eine gekonnte Umsetzung durch das Septetts fand man in den heftigen Beifallsstürmen der anwesenden Blue Note-Fans nach Ende des Konzertes.

Aus "Neue Rottweiler Zeitung"


zum Seitenanfang
Kontakt/Email  |  SiteMap  |  Links  |  Impressum  |  Peter Schönfeld powered by InterConnect